Donnerstag, 19.02.2026

KI-Recht und Datenschutz in der Praxis

Christopher Schack und Prof. Dr. Behrang Raji

Im Februar wagen Christopher Schack aus der Behörde des Hamburgischen Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit und Prof. Dr. Behrang Raji einen juristischen Brückenschlag zwischen DSGVO und KI-Verordnung. Sie zeigen und diskutieren praxisnah, welche Regeln gelten und wie man sie umsetzt.

Christopher Schack: Zwischen Datenminimierung und Verantwortungsdiffusion – gehen Datenschutz und KI zusammen?

Bei Datenschutz denken viele zuerst an Cookie-Banner, bürokratische Hürden und lange Gesetzestexte. Dabei ist Datenschutz in einer digitalisierten Gesellschaft weit mehr: Es ist der Schutz unserer Autonomie und unserer digitalen Identität. Überall dort, wo wir digitale Spuren hinterlassen, entscheiden Algorithmen zunehmend über unsere Möglichkeiten.

Im Zeitalter von ChatGPT und generativer KI stellt sich diese Machtfrage völlig neu. Der Vortrag zeigt auf, dass unsere etablierten Konzepte – wie das gezielte Löschen einzelner Datensätze – an der statistischen Realität moderner Sprachmodelle an ihre Grenzen stoßen. Ein neuronales Netz „vergisst“ nicht einfach auf Knopfdruck, und der enorme Datenhunger der Modelle steht in einem fast unlösbaren Spannungsverhältnis zum Prinzip der Datenminimierung.

Gleichzeitig sehen wir in der Praxis eine gefährliche „Verantwortungs-Diffusion“. Wenn eine KI halluziniert und falsche Fakten über echte Personen generiert, zeigen Anbieter und Nutzer gerne aufeinander. Wer trägt die Verantwortung dafür, dass der Output über Menschen auch faktisch richtig ist?

Der Abend widmet sich der Frage, wie wir dieses Dilemma auflösen, ohne die technologische Entwicklung abzuwürgen. Wir blicken hinter die abstrakten Rechtsnormen auf konkrete und kritische Fälle aus der aktuellen (Aufsichts-)Praxis. Ziel ist es, Datenschutz nicht als Innovationsbremse zu begreifen, sondern als notwendiges Design-Element für vertrauenswürdige KI-Systeme.

Behrang Raji: Kontrollverlust vs. Compliance – warum es eine AI-Governance in Unternehmen braucht

Künstliche Intelligenz ist heute für jeden verfügbar. ChatGPT, Claude und andere leistungsstarke KI-Systeme lassen sich ohne IT-Budget oder Freigabeprozess direkt über das Smartphone nutzen. Auch für dienstliche Zwecke. Diese niedrige Einstiegshürde führt dazu, dass KI längst in Unternehmen im Einsatz ist, auch wenn die Geschäftsleitungen dies nicht wissen oder wollen.

Dies birgt auch für Unternehmen erhebliche Risiken. Durch diese Schatten-KI drohen Bußgelder wegen Datenschutzverstößen, Haftungsansprüche wegen Urheberrechtsverletzungen oder bald auch empfindliche Bußgelder wegen der Nichtbefolgung von regulatorischen Anforderungen der KI-Verordnung. Ein klarer Ordnungsrahmen für den Einsatz von KI – eine AI Governance – stellt Compliance sicher und ermöglicht zugleich Innovation.

In diesem Vortrag beleuchtet Prof. Dr. Raji, wie kleine und mittlere Unternehmen dies praktisch und pragmatisch gelingen kann. Anhand der Darlegung von konkreten Schritten werden ausgewählte rechtliche Fragen und Herausforderungen näher gebracht.  

Wo? Palmaille 96, 22767 Hamburg (Nahverkehr: S-Bahn Königstraße/ Bus Behnstraße)

Wann? 18:30 Uhr (Einlass 18:00 Uhr)

Anmeldung

Wenn Du an dem Abend dabei sein möchtest, melde Dich bitte über das nachfolgende Formular an.