Buchvorstellung mit Matthias Hornschuh zu seinem im Oktober 2025 bei Carl Auer erschienen Essay.

Schöpferische Tätigkeit wird bei uns nicht als Arbeit anerkannt und daher nicht so behandelt: Schöpferische Arbeit ist unsichtbare Arbeit. Die Widerstandskraft an der Basis der Kultur- und Medienberufe ist längst verbraucht. Gerade in Kunst und Kultur aber sind Arbeit und Identität untrennbar miteinander verwoben, sodass sich die existenzielle Bedeutung aktueller, oft nur vermeintlich technologischer Entwicklungen tatsächlich auf individuelle, kulturelle wie auch volkswirtschaftliche Bereiche erstreckt. 

Nun schmeißt die generative KI den Turbo an. Sie ist nicht Ursache, sondern Brandbeschleuniger für Prozesse, die seit Jahrzehnten laufen. Digitalpolitik ist Globalpolitik: Herrschaft über das Digitale bedeutet Kontrolle über Macht, Mittel und Meinung. Für Kunst und Kultur hat all das erhebliche Konsequenzen. Matthias Hornschuh zeigt die volkswirtschaftliche und existenzielle Bedeutung geistigen Schaffens auf, die in der schöpferischen Tätigkeit menschlicher Wissensarbeit gründet. Wollen wir digitaler Technologie den zentralen Platz in unserer gesellschaftlichen Kommunikation einräumen, die ohne menschlichen Geist gar nicht zu funktionieren vermag?

Der Einschüchterung, ja Angst, die eine auf schnell erfassbare Oberflächenreize optimierte, hochkomplexe Welt hervorruft, setzt Hornschuh eine grundlegende Orientierung entgegen: Ideelle Wertschöpfung ist kein Luxus. Wir können und dürfen es uns nicht leisten, sie wie nebenbei aufzugeben, wenn wir uns nicht selbst aufgeben wollen.

Wo? Palmaille 96, 22767 Hamburg (Nahverkehr: S-Bahn Königstraße/ Bus Behnstraße)

Wann? 18:30 Uhr (Einlass 18 Uhr)

Anmeldung

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